Die hinterzogene Umsatzsteuer – und der Vorsteuerabzug des gutgläubigen Käufers

Der Vorsteuerabzug kann der Käuferin nicht unter Hinweis darauf versagt werden, dass es sich um den Ankauf von einem missing trader handelt.

Sind die materiellen und formellen Voraussetzungen für die Entstehung und Ausübung des Rechts auf Vorsteuerabzug erfüllt, ist es mit dem Unionsrecht nicht vereinbar, einen Steuerpflichtigen, der weder wusste noch wissen konnte, dass der betreffende Umsatz in eine vom Lieferer begangene Steuerhinterziehung einbezogen war oder dass in der Lieferkette bei einem anderen Umsatz, der dem vom Steuerpflichtigen getätigten Umsatz vorausgeht oder nachfolgt, Mehrwertsteuer hinterzogen wurde, durch die Versagung des Rechts auf Vorsteuerabzug zu sanktionieren1. Dem hat sich der BFH bereits angeschlossen2.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 21. Juni 2018 – V R 28/16

  1. EuGH, Urteile PPUH Stehcemp vom 22.10.2015 – C-277/14, EU:C:2015:719, Rz 49; Maks Pen vom 13.02.2014 – C-18/13, EU:C:2014:69, Rz 26 ff.; Bonik vom 06.12 2012 – C-285/11, EU:C:2012:774, Rz 36 ff.; Mahagében und Dávid vom 21.06.2012 – C-80/11, EU:C:2012:373, Rz 44, 45 und 47; Optigen u.a. vom 12.01.2006 – C-354/03, – C-355/03 und – C-484/03, EU:C:2006:16, Rz 51, 52 und 55; Kittel und Recolta Recycling vom 06.07.2006 – C-439/04, EU:C:2006:446, Rz 44 bis 46 und 60
  2. z.B. BFH, Beschluss vom 06.04.2016 – V R 25/15, BFHE 254, 139, Rz 57; Urteil in BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744, Rz 44